Biographie von Hanna Miley

Hanna Miley wurde als Johanna Flora Zack am 18.2.1932 in Gemünd geboren. Ihre Eltern Amalia und Markus betrieben in der Dreiborner Straße ein Tuchgeschäft. Sie wuchs behütet im Kreis ihrer Familie in Gemünd auf, erfuhr dann allerdings schnell auch am eigenen Leib die Anfeindungen gegenüber den Juden. So durfte sie schon bald nicht mehr ins Gemünder Kino gehen, was die kleine Hanna damals sehr schmerzte. Im Anschluss an die Reichspogromnacht 1938, in der auch die Gemünder Synagoge zerstört wurde, wurde neben anderen Juden auch ihr Onkel Georg von der Polizei verhaftet und ins Konzentrationslager gebracht; ihr Vater Markus entging diesem Schicksal nur aufgrund einer schweren Erkrankung. Die Eltern sorgten sich um ihre Tochter und beschlossen, sie vorsichtshalber ins sichere England zu schicken. Ganz alleine fuhr die 7jährige Hanna kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges in einem der letzten „Kindertransporte“ nach London. Ihre Familie hat Hanna nie wieder gesehen, ihre Eltern Amalia und Markus wurden am 30. Oktober 1941 nach Lodz deportiert und am 3. Mai 1942 in Chelmno umgebracht. Auch ihr Onkel Georg wurde im Konzentrationslager Auschwitz ermordet.

Von England aus ging Hanna in die USA, wo sie ihren Mann George kennenlernte. Nach vielen Jahren und besonders auch durch ihre tiefe Spiritualität und Glauben bedingt, besuchte sie die alte Heimat wieder, um sich mit ihrem eigenen Schicksal zu versöhnen und die Hand zur Vergebung auszustrecken. Ihr Anliegen ist es, Religionen, Konfessionen und Menschen zusammenzuführen und das Gemeinsame und Verbindende zu betonen.

Mehrere Monate im Jahr sind Hanna und George Miley in der Eifel. Engagiert arbeiten beide an ihrem Anliegen der Vergebung und Versöhnung und werden in diesem Jahr miterleben, wie Hannas Eltern und ihr Onkel durch Stolpersteine vor ihrem (im Krieg zerstörten) Elternhaus in der Dreiborner Straße durch die Menschen ihres Heimatortes Gemünd besonders geehrt werden.