Gemünd - Die kleine mit Charme

Gemünd liegt am Zusammenfluss von Olef und Urft. Die barocke, um 1730 entstandene Statue des Brücken-Heiligen Johann von Nepomuk aus rotem Sandstein von 1738, markiert seit 1859/60 diesen Punkt. Vorher stand sie bzw. ein älterer Vorläufer auf der Urfttalbrücke, die 1734 erneuert wurde. Die Originalfigur befindet sich heute im Kurhaus, am heutigen Standort steht ein Abguss.

Unweit des Nepomuks gelangt man in die Dreiborner Straße – einer der wenigen reinen Fußgängerzonen der weiteren Umgebung. Hier kann man ungestört das gemütliche Ambiente des kleinen Kurortes genießen. Kleine Geschäfte laden zum bummeln ein, Cafés und Restaurants zum verweilen.

Beim städtebaulichen Wettbewerb des Landes NRW „Stadt macht Platz – NRW macht Plätze“ gewann der Beitrag „Umbau der Alten Schule zu einem Kulturzentrum und Gestaltung des Platzes an der alten Schule“. Seit 2006 erstrahlt die Schule in neuem Glanz, mitten in der Dreiborner Straße. Das Gebäude überrascht von innen mit einer modernen Gestaltung und einer Glas-Stahl Konstruktion. Die nach historischen Fotos rekonstruierte Fassade gibt Gemünd ein Stück altes Gesicht zurück. Im Gebäude sind nun ein Café sowie eine Gemäldeausstellung des Fördervereins Maler der Eifel e.V. untergebracht.

Das Kurhaus mit angeschlossenen Kurmittelanlagen, Restaurant und Theater-Bühne bildet das Zentrum des Gemünder Kurparks. Hier befindet sich das Nationalpark-Tor, ein Musikpavillon für Kurkonzerte, Kneipp-Tretbecken, ein Freibad sowie der große Schützenplatz. Ein Wohnmobilhafen mit Blick auf die Urft und die Jugendherberge liegen ebenfalls im Kurpark.

Eine permanente Ausstellung hat die Nationalparkverwaltung im Haus des Gastes zum Thema „Knorrige Eichen, bunte Spechte und Waldgeschichte(n)“ eingerichtet. Der Mittelspecht, wie ihn der lokale Tiermaler Conrad Franz darstellte, ist Emblem-Tier für das Nationalparktor Gemünd, das am 20. Oktober 2005 eröffnet wurde.

Nach Räumung des Truppenübungsplatzes durch die belgische Militäradministration zum 1. Januar 2006 hat die Nationalverwaltung eine Reihe neuer Wander- und Fahrradwege entlang der Urft zur Urfttalsperre, auf die Dreiborner Hochfläche, nach Vogelsang, nach Wollseifen und Einruhr markiert. Diese Gebiete sind für Naturliebhaber besonders geschätzt, weil sich die Natur, Pflanzen- und Tierwelt in den Wäldern und Offenlandflächen in 60 Jahren Isolation vom Menschen (1946 bis Ende 2005) weitgehend ungestört entwickeln konnte.

Gemünd ist einer der zentralen Anlaufpunkte des Fernwanderwegs Eifelsteig, der in 15 Abschnitten und über eine Gesamtlänge von 313 Kilometern vom Aachener Ortsteil Kornelimünster nach Trier führt. Gemünd ist Zielort der vierten Etappe, die sich von Einruhr entlang am Obersee und der Urfttalsperre sowie über Wollseifen und Vogelsang erstreckt (rund 22 Kilometer), und zugleich Startpunkt der fünften Etappe, die über eine Länge von rund 18 Kilometern zum Kloster Steinfeld geht. Zudem führt die zweite Etappe des Wildnis-Trails von Einruhr kommend nach Gemünd. Hier erlebt man herrliche Ausblicke über die offene Dreiborner Hochfläche und die Seenlandschaft, über der Vogelsang thront.